Wohnberechtigungsschein

Was ist ein WBS ?

Er berechtigt zur Anmietung einer Wohnung im sozialen Wohnungsbau oder einer belegungsgebundenen Wohnung, wenn bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

In den Wohnämtern liegen meist Listen mit den Adressen von Vermietern/Gesellschaften ect. aus.

 

„Neuigkeiten“ zum WBS ab 1. Mai 2012

Anträge und Bearbeitung beim Wohnamt der Bezirke

Einen WBS mit Dringlichkeit ( heißt jetzt anders, vermutl. Härtefall o.ä. ) erhalten
Antragsteller, die in unzureichenden Wohnverhältnissen leben oder ihre
bisherige Wohnung räumen müssen. ( Wohnungsnotfälle )

Ab Mai
kann man in eine Sozialwohnung
mit Besetzungsrecht nur einziehen,
wenn man einen WBS mit Dringlichkeit
vorweisen kann. ( hauptsächlich im Westteil der Stadt, ca. 30 000 , vermutl. bei städtischen Wohnungsbaugesellschaften/Genossenschaften)

Ausschließlich im Ostteil der Stadt
liegen die 85 000 sogenannten Belegungsbindungswohnungen,
für die künftig ebenfalls wieder ein WBS
benötigt wird. Anders als bei den Sozialwohnungen
reicht hier ein WBS
ohne Dringlichkeitsvermerk aus.

Es  handelt sich vor allem um PlattenbauWohnungen,
die mit staatlicher Hil fe
von Altschulden befreit worden sind. ( ein Ablaufen der Belegbindung ist hier also nicht zu befürchten )

( Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften )

Quelle: Mietermagazin Berliner Mieterverein 04/2012

Wohnungsnotfälle sollten sich auf alle Fälle auch um den Geschützten Marktsegment Schein bemühen ( Sozialamt/Soziale Wohnhilfe ) , da die WBS – Einkommensgrenzen noch immer nicht gesenkt wurden, d.h. auch nach Wiedereinführung
der WBS Pflicht ein deutlich größerer Kreis Zugang zu belegungsgebundenen Wohnungen als im Rest der Republik hat.

Außerdem liegen die Mieten bei WBS-Wohnungen nur noch geringfügig unter dem Berliner Durchschnitt.

 

Note:

1.) Die Wohnämter in den Bezirken verfügen über Listen von Vermietern, die „Sozialwohnungen“ besitzen-
diese Wohnungen müssen aber nicht zu vermieten sein

2.) Es existiert kein Rechtsanspruch auf eine öffentlich geförderte Wohnung

Belegungsgebundene WBS-Wohnungen können auch durch Belegungsmanagment/ Quartiersmanagment „vermittelt“ werden. D.h. Das diese Kenntniss von freistehenden Wohnungen erhalten und sich mit dem Vermieter in Kontakt setzen können. Es entscheidet aber der Vermieter an wen er vermietet. Bevorzugt werden Mieter, die von Sanierungen betroffen sind und weiterhin Mieter, die einen WBS mit Dringlichkeit haben. Je nach Lage vor Ort, reicht auch ein einfacher WBS.
( Adressen unten )

Man sollte als Wohnungssuchender vorsorglich einen WBS beantragen. Denn der Antrag ist ziemlich umfassend und die Berabeitungsdauer kann bis zu 2 Monaten betragen, zukünftig womöglich noch länger ! Ohne WBS aber kein Bezug, jemand anderes kann und wird schneller sein.

Verwirrung über WBS-Schein

Bis ca. 2006 konnten belegungsgebundene Wohnungen, d.h. Wohnungen, die bei Bau oder Sanierung  durch öffentliche Förderungen mitfinanziert  wurden nur mithilfe eines Wohnberechtigunsscheines angemietet werden. ( ca. 18 000 ) Die Miete war hier gedeckelt und reduziert, und der potentielle Mieter  erhielt nur einen WBS – ergo eine potentielle Bezugsberechtigung – wenn er bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritt. Man nennt diese Wohnungen auch Sozialwohnungen, so manche Wohnungssuchende gingen davon aus, dass, wenn sie einen WBS vorlegen können, sie auch die anvisierte Wohnung erhalten. Dem war aber noch nie so, denn der Vermieter, ob Private oder städtische Wohnungsbaugesellschaften und Wonungsbaugenossenschaften, die freilich garnicht städtisch sind, sondern eben Genossenschaften, konnte den Mieter mit WBS selber aussuchen.

Durch den sogenannten entspannten Wohnungsmarkt kam es ab 2006 dazu, dass sämtliche Großsiedlungen von der WBS-Pflicht befreit wurden, da sie eh eine niedrigere Miete anboten und um eine  Entmischung im umgekehrten Sinne-also nicht im Sinne der jetzt aufkommenden Gentrifizierung- zu vermeiden. Dass heißt, in die Großsiedlungen zogen immer mehr Einkommensschwache und Transferhilfeempfänger und die Einkommensstärkeren zogen weg oder garnicht erst hin. Manche Bezirke gingen eigenmächtig dazu über auch kleinere Siedlungen und innerstädtische private Sozial-Wohnungen von der Belegungsbindung zu befreien, die Miete konnte um bis zu 40% Prozent steigen. Das führte dazu, dass Vermieter einen solventeren Mieter für die Sozialwohnungen bevorzugen konnte, was auch geschah.

Die Folge war, dass es innertstädtisch von Jahr zu Jahr weniger „Sozial-Wohnungen“ gibt, für die ein WBS benötigt wird.  Dies wurde zum Teil wieder zurückgenommen, aber die Einkommensstärkeren mussten nicht ausziehen, sondern die Differenz zwischen WBS-Miete und der bis zu 40% höheren Miete, selber bezahlen.

Dazu kommt, dass in manchen Quartieren die Anschlußförderung sowieso ausläuft, der staatliche Zuschuß fällt weg und die Vermieter können die volle Kostenmiete verlangen, was bei Neubau auch mal eine 100 % Steigerung bewirken kann. Davon waren jetzt etliche Siedlungen und Einzelwohnungen betroffen, weitere 50 000 sollen folgen. Diese „Sozial-Wohnungen“ sind also ebenfalls verloren.

Neuere Entwicklung

Durch die endlich anerkannte Wohnungsnot entschließt sich der Senat zu folgender Sofortmaßnahme:

Heute ( 10.2. 2012 ) teilte die Presse mit,  daß ab Anfang Mai dieses Jahres 35 000 Wohnungen im Westteil der Stadt und 85.000 Wohnungen im Ostteil der Stadt  nur noch an solche Haushalte vergeben, die einen einkommensabhängigen Wohnberechtigungsschein vorlegen können. Bei den 85 000 Wohnungen handelt es sich nach Angaben der Stadtentwicklungsbehörde im Osten zum großen Teil um Plattenbauten, die in den Jahren von 1973 bis 1990 errichtet wurden. Der Mietspiegel-Mittelwert für diese Wohnungen liegt bei 4,99 Euro je Quadratmeter (kalt).Rund 63 000 Wohnungen sind laut Müller im Besitz der landeseigenen Wohnungsunternehmen, 22 000 gehören den Wohnungsbaugenossenschaften. Wieviele von diesen Wohnungen tatsächlich frei sind, ist unbekannt und muss bei den nichtgenannten Gesellschaften und Genossenschaften erfragt werden. Jedoch sehe ich es als etwas lobenswert an, dass im Senat offensichtlich bekannt ist, dass der Ostteil der Stadt und auch die Plattenbaugebiete von Zuzüglern aller Coleur mittlerweile ebenso stark nachgefragt sind wie sonst nur „aufregende“ Innenstadtquartiere und gediegene Westquartiere, weil sie „noch“ günstig sind.

Erkundige Dich vor Mietvertragsabschluß bei einem privaten Vermieter wann voraussichtlich die Belegungsbindung wegfällt.

Adresse folgt noch. Erstmal im Wohnamt nachfragen.

Belegungsmanagment:

*  Mieterberatung Prenzlauer Berg/Pankow

Beratungsbüro
Prenzlauer Allee 186
10405 Berlin

Tel.: +49 (0)30 – 443 38 10
Fax : +49 (0)30 – 443 38 112
eMail: Geschaeftsstelle@MieterberatungPB.de

* ASUM
Angewandte Sozialforschung und urbanes Management GmbH

Friedrichshain/Mitte

Sprechstunde Sonntagstraße
Sonntagstraße 21
10245 Berlin

Tel: 030. 293 431 – 0
Fax: 030. 293 431 – 20
Mail: info@asum-berlin.de

Informiere dich erstmal hier über andere Managmente in anderen Gebieten.

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