Schufa

Tip : Richte ein Pfändungsschutzkonto ein ! Weise dem Vermieter dieses Konto vor !

Bring dem Vermieter eine Abbuchungsvollmacht für die Miete  gleich mit !

 

 

„Das Ministerium für Wahrheit“ ( „1984“ )

Die Schufa und andere Auskunfteien haben sich zu einem Mühlstein am Hals des Schuldners entwickelt. Gerade was Anmietung betrifft, wirken sich Negativeinträge absolut fatal aus.

Ich denke, dass sich die Politik in Kürze mit dem Thema Schufa auseinandersetzen muß, da die Mietenproblematik an Schärfe zunimmt. Obwohl u.g. Ministerium feststellte, daß die Daten nicht immer kompatibel mit dem Datenschutz erhoben werden, der Verbraucher selber sie grundsätzlich in Zweifel zu ziehen hat, und etliche Gerichtsverfahren anhängen, wurde bisher nichts für den „Verbraucherschutz“ hinsichtlich der Auskunfteien getan.

Folgende Info s beruhen auf eigener Recherche: dabei muss ich klar voranstellen, dass die Schufa weder online, noch verbal zu präzisen Auskünften bereit ist.

 Allgemein:

  • Nicht zu jeder Person sind Daten gespeichert, auch wenn das so aus Geschäftsinteresse suggeriert wird
  • Die Schufa und andere Auskunfteien sind Privatfirmen. Obwohl diese, wie weiter unten angeführt,ihre Daten nicht einwandtfrei sammelt, und nachvollziehbar und seriös verwertet, unterliegt ihr Wirken keinerlei gesetzlichen Beschränkungen, außer der des allg. Datenschutzes
  • Daten liegen vor, wenn Du irgendwann, irgendwo eine Schufa-Klausel unterschrieben hast; es gibt jedoch Vertragspartner der Schufa, die auch ohne Deine Einwilligung Daten melden- das ist gesetzlich untersagt worden-ob alle solche Daten allerdings gelöscht werden, ist fraglich
  • fehlerhafte oder falsche Daten werden oft erst korrigiert oder gelöscht,wenn der/die Geschädigte vor Gerichtgeht- dies kann man über eine einstweiligeVerfügung erreichhen
  • der Datensatz gleicht einer Art Flickenteppich; wenn der Schufa dann voller Name, jetzige Meldeadresse, Geburtsdatum, Geburtsort, vorherige Adressen und womöglich PA-Nummer vorliegt, werden vorhandene Daten einer Person zugeordnet; darum fragt die Schufa beim Beantragen einer Eigenauskunft auch danach. Dann haben sie eine weitere Person, die einen Erstantrag stellt, im Netz.
  • die Daten sind zu einem hohen Prozentsatz falsch oder fehlerhaft
  • Unabhängige Kontrolle wurde polit. angemahnt, aber bisher nicht umgesetzt
  • in den Score gehen nicht nur „harte Daten“ ein , sondern auch spekulativewie zukünftiges Verbraucherverhalten oder Zahlungsmoral; die Berechnung des Scoreswird geheim gehalten; jedoch steht ein Gerichtsbeschluß zur Veröffentlichung an, gegen diesen wurde Revision eingelegt; die Klage hat ein Anwalt und Schuldnerberater eingereicht
  • Die Schufa nimmt Daten von Vertragspartnern an. Allerdings kann JEDER mit Gewerbeschein Vertragspartner werden- d.h. auch unseriöse Inkassofirmen und ähnliche
  • Die Schufa holt weiter Daten aus öffentlichen Verzeichnissen ein, dazu gehören Schuldnerverzeichnisse
  • Ich nehme an, aufgrund von Recherchen, der Unwägbarkeit der Datensätze und anderer Merkmale, dass sie ( noch ) keinen Zugang zu den Melderegistern hat

Anmietung von Wohnraum:

 Die meisten Vermieter verlangen eine Eigenauskunft. Wenn sie Vertragspartner sind- das

sind meist Gesellschaften, Genossenschaften oder Vermieter mit einem größeren

Wohnungsbestand, dann haben sie selber Zugang zu Daten. Um diese abrufen zu können,

verlangen sie die Unterzeichnung einer Schufa-Klausel.

Da unter den Branchenscores bisher nicht Vermieter auftauchen, nehme ich an, dass dem

Vermieter einzelne Datensätze übermittelt werden- und hier Negativeinträge. Angeblich fließen hier „nur“ Daten , die für die Entscheidung für oder gegen einen Mietvertrag relevant sind. Was genau darunter zu verstehen ist, ist Geschäftsgeheimniss.

Man muss damit rechnen, dass Mietschulden, Kautionsschulden ect. aufgeführt werden, wenn sie angemahnt und nicht widersprochen wurden – und diese durch den Vermieter als Vertragspartner übermittelt sind. Das ist rechtlich nicht i.O., wird aber so gehandthabt. Sie tauchen natürlich erst recht auf, wenn sie per Gerichtsentscheid bestätigt werden. Räumungsklagen, Insolvenzverfahren, die Abgabe eidesstattlicher Versicherungen ect. tauchen als Datensätze auf.

  • Setze Dich bei Mahnungen mit dem Vermieter in Verbindung
  • Überprüfe, ob Du bei Deinem jetzigen Vermieter eine Schufa.Klausel unterschrieben hast- er darf sonst keinerlei Daten übermitteln und die Schufa draf sie nicht speichern

Es ist für mich nicht zu erfahren, ob der Vorgang: Mahnung, nicht widersprochen, Gerichtssache, Zahlen der Schulden, Weiterführen des Mietvertrages, bei der Schufa vermerkt wird oder nicht.

Die Eigenauskunft nennt sich jetzt „nur“ noch Bonitätsauskunft. Du musst angeben, für welche Sache ( Anmietung/Vermieter ) sie gedacht ist. ( 18, 50 EU s )

Sie kommt in zwei Teilen; der erste für den Vermieter mit Aussage

a) es liegen keine Informationen über x/y vor ( heißt: unbekannt )ODER

b) es liegen nur positive Mermale vor ( dann ohne weitere Daten ) ODER

c )es liegen negative Mermale vor; Aufzählung der gemeldeten oder bekannten Vorgänge

Der 2. Teil ist der Bonitätsscore und zwar der Basicscore; er umfasst den ominös errechneten

Risiko-Ausfall-Prozentsatz- also eine spekulative Aussage über Deine Zahlungsbereitschaft. Dieser Teil wird vierteljährlich aktualisiert und ist „für Dich“.

Sind keine Informationen vorhanden oder nur positive, dann wird Aussage a) und b) getätigt.

Über die Eigenauskunft kannst Du versuchen falsche Daten korrigieren zu lassen. Suche auf alle Fälle eine Schuldnerberatung oder die Verbraucherzentrale auf. Wenn möglich, nimm einen Anwalt.

Falls Negativeinträge vorhanden sind, hast Du, was eine Anmietung betrifft, eine Odysee vor Dir.

  • erkläre dem Vermieter, wie die Schulden zustandegekommen sind; nicht immer ist es ja Deine „Schuld“- Notlagen und Ex-“Partner“ tun ihr übriges
  • biete dem Vermieter eine Einzugsermächtigung an
  • bei Alg 2 Bezug: biete ihm an, dass das Amt die Miete direkt überweist
  • richte das Pfändungsschutzkonto ein; das geht auch schon BEVOR eine Pfändung vorliegt

„Tip“: Überlege genau, ob Du eine Eigenauskunft anforderst: Wenn Du es als warscheinlich erachtest, dass Negativeinträge, die eine Neuanmietung massiv erschweren könnten, vorliegen könnten- weil Du a) bei Deinem jetzigen Vermieter oder vorherigen die Klausel unterschrieben hast

und Schulden hast, b) diese Vermieter ergo Vertragspartner der Schufa sind , c) du irgendwas mit Inkasso zutun hattest oder hast, mit dem Gerichtsvollzieher, mit Privatinsolvenz, mit Lohnpfändung, mit einem Gerichtsverfahren, welches sich auf finanzielle Dinge bezieht- und Du weißt nicht, was die Schufa an Daten über Dich gespeichert hat, dann ist es warscheinlich, daß die Schufa bei der Anforderung der Eigenauskunft ein Konto „für Dich“ einrichtet, wenn das nicht schon geschehen ist. Mit der Übermittlung Deiner Personendaten durch Dich, kann die Schufa sämtliche noch nicht zugeordnete, vereinzelte Daten zusammenfassen und Dich registrieren.

Du kannst es „drauf ankommen lassen“ und die Klausel bei einer Wohnungsbewerbung unterschreiben; sobald Du Deine korrekten Daten in der Bewerbung angibst, wird durch die Schufa ebenfalls eine Zuordnung erfolgen.

Falls Du gar keinen oder nur unannehmbaren Wohnraum finden kannst:

Es ist riskant und nicht für jeden machbar: Es gibt wenige, aufwändige Möglichkeiten um die S…. auszubremsen und in die Irre zu führen, und ich persönlich halte das für legitim, denn das Wohnrecht gehört im Grundgesetz verankert, ist es aber nicht. Falls Du diese Info s brauchst, melde Dich.

In der „Schufa“ aufgeführte Vorgänge:

Abweichendes Zahlungsverhalten:

  • Forderungen, die fällig, ausreichend gemahnt und nicht bestritten sind
  • Forderungen nach gerichtlicher Entscheidung und deren Erledigung

Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung (aus dem Schuldnerverzeichnis)

Eine Studie des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2009:

Obwohl das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2009 in einer Studie festgestellt hat, daß „ die Fehlerquote der bei der Schufa gespeicherten Daten weit von einer akzeptablen oder tolerablen Quote entfernt ist“, „wesentliche Faktoren zur Beurteilung der Bonität einer Person nicht bekannt sind – und die Beurteilung damit nicht nachvollziehbar“, „ der Schufa wesentliche Bonitäts relevanteVerbraucherdaten garnicht zur Verfügung stehen“ und „der Basisscorewert einer Person in keinem erkennbaren, nachvollziehbaren oder überprüfbaren Zusammnenhang zur realen Bonität steht- und damit die Bonitätsbeurteilung durch den Verbraucher ( selbst ) prinzipiell in Zweifel zu ziehen ist“– wurde bisher die vom Ministerium als notwendigst erachtete „unabhängige, permanente und systematische Qualitätskontrolle der gespeicherten Daten“ nicht umgesetzt, schon garnicht auf politischer Ebene.

Link:

Verbraucherinformation Scoring

Musterschreiben an Auskunfteien

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