Keine Knete

Anteil der Alleinerziehenden an allen Familien mit minderjährigen Kindern 1996 und 2009 nach Ländern

Die Ost-West-Unterschiede beim Anteil der Alleinerziehenden werden auch im Ländervergleich
deutlich. Mit mehr als 32% war 2009 der Anteil der Alleinerziehenden
an allen Familien in Berlin so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Eher gering
verbreitet war die Familienform der Alleinerziehenden in Baden-Württemberg. Ihr Anteil
war mit knapp 15% nicht einmal halb so hoch wie in Berlin. Ähnlich hohe Anteile
wie die ostdeutschen Bundesländer wiesen die Stadtstaaten Bremen (rund 29%) und
Hamburg (mehr als 25%) auf. Ein ähnliches Bild ergab sich bereits 1996. ( Mikrozensus 2009 )

Rund sechs von zehn Müttern sind erwerbstätig

Die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit ist bei Alleinerziehenden nicht nur für die
finanzielle Situation der Familie von großer Bedeutung. Sie steckt auch den zeitlichen
Rahmen, der für das Familienleben zur Verfügung steht. Bei der Erwerbsbeteiligung
zeigen sich zunächst keine großen Unterschiede zwischen alleinerziehenden Müttern
und Müttern in Paarfamilien. 2009 gingen von den alleinerziehenden Müttern fast
60% einer Erwerbstätigkeit nach. Die Mütter in Paarfamilien waren mit über 58% fast
genauso häufig berufstätig.  ( Mikrozensus 2009 )

Wie verdienen Alleinerziehende ihr Geld?

60 Prozent der alleinerziehenden Frauen sind berufstätig. Bei Paarfamilien sind es 58 Prozent. Aber: Single-Mütter haben viel öfter Vollzeitstellennämlich 42 Prozent von ihnen. Nur 27 Prozent der Mütter in „Paarfamilien“ hingegen arbeiten die volle Stundenzahl. Noch ein anderes Ergebnis zeigt der Mikrozensus: Arbeitslose Alleinerziehende suchen viel häufiger nach einem Job als Frauen aus Paarfamilien, die ohne Stelle sind. ( Mikrozensus )

Als Armutsfalle Nummer eins gilt Arbeitslosigkeit, direkt gefolgt von Kindern. „Für alleinerziehende Frauen ist das Armutsrisiko am größten“. Und die Gruppe der alleinerziehenden Frauen ist groß in Berlin: Jede dritte Mutter lebt allein mit ihrem Kind, und die Hälfte von ihnen leben von Hartz IV. Sie gelten damit jedoch nicht zwingend als arm, denn nach einer EU-Definition ist arm, wer von weniger als der Hälfte des Durchschnittseinkommens im jeweiligen Bundesland leben muss. Diejenigen, die mit weniger als 60 Prozent auskommen müssen, gelten als armutsgefährdet. Folgt man dieser EU-Definition, sind in Berlin 23,3 Prozent der Alleinerziehenden und 14,4 Prozent aller Berliner von Armut bedroht. ( Landesarmutskonferenz-Wohlfahrtsverbände )

Wenn mehr als 32 % aller Alleinerziehenden Harz4 bezieht, ob ganz oder aufstockend, dann heißt das, dass diese als arm gelten und nicht nur als armutsgefärdet. Denn Harz4 ist den Minimallöhnen angeglichen ( alba )

Kindesunterhalt

Alleinerziehende Frauen sind besonders von Armut bedroht, weil mehr als die Hälfte der Väter keinen oder nur geringen Unterhalt zahlen“, erklärt Elisabeth Küppers vom Landesverband alleinerziehender Mütter und Väter in Berlin (VAMV). Wollen Väter nicht zahlen oder können sie aufgrund eines zu geringen Einkommens nicht, erhalten die Frauen einen staatlichen Unterhaltsvorschuss. Dieser beträgt bis zum 6. Lebensjahr 117 Euro und bis zum 12. Lebensjahr 158 Euro, wird aber höchstens für sechs Jahre gezahlt. Von Armut bedroht seien Frauen außerdem, so Küppers, weil sie aufgrund der Kinder seltener eingestellt werden, in höherqualifizierten Berufen kaum Teilzeitstellen finden und immer noch weniger als Männer verdienen.( VAMV )

Schöne Bescherung: Kürzungen bei den Kindern von Alleinerziehenden

Berlin, 21. Dezember 2011. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) kritisiert die geplanten Kürzungen im Unterhaltsvorschussgesetz (UVG), die gestern vom Kabinett beschlossen wurden.

Berlin bleibt Schlusslicht im bundesweiten Vergleich
Es gibt große regionale Unterschiede im bundesweiten Vergleich der Zahlen der minderjährigen Hartz IV-Empfänger. In der Fünf-Jahres-Analyse der BA ( 2011 ) nimmt Bayern den ersten Platz ein. In anderen Bundesländern, wie den Stadtstaaten Bremen und Hamburg oder dem bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen, liegt der Rückgang jedoch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 13,5 Prozent. Den letzten Platz belegt Berlin mit einem Rückgang der minderjährigen Hilfebedürftigen von nur 1,2 Prozent. Damit ist mehr als jedes dritte Kind in Berlin auf staatliche Hilfen angewiesen. Im bundesweiten Durchschnitt betrifft dies mit 15,1 Prozent fast jedes siebte Kind.

Armutszeugnis: Alleinerziehende und ihre Kinder arm dran! ( Verband Alleinerziehender Mütter und Väter)
Berlin, 04. November 2011. Fast die Hälfte der Alleinerziehendenhaushalte ist armutsgefährdet. Das bestätigen die aktuellen Zahlen des StatistischenBundesamtes, wonach 43 Prozent der Personen in Haushalten von Alleinerziehenden über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens verfügten. Brisant: Insgesamt lag die Quote bei Haushalten mit Kindern lediglich bei 14,6 Prozent. Die Teilhabechancen von Kindern hängen also von der Lebensform ihrer Eltern ab.

Gender Pay Gap: Dt. eines der Schlusslichter in Europa

In den vergangenen Jahren lag der Gender Pay Gap in Deutschland konstant bei 23%, das heißt der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen fiel um 23% geringer aus als der von Männern. ( Mikrozensus 2011)

Der finanzielle Engpass hat zum Teil dramatische Auswirkungen: Oft fehlt Geld für das Allernötigste: Nach eigenen Angaben konnte knapp jeder fünfte Alleinerziehende im Jahr 2008 die Wohnung nicht ausreichend heizen. Weniger als die Hälfte konnte sich eine einwöchige Urlaubsreise im Jahr leisten. Nur acht Prozent hatten genug Geld für Fisch oder Fleisch an jedem zweiten Tag. Das sind Ergebnisse aus der Erhebung „Leben in Europa“. ( Mikrozensus )

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