texte

Es sei  „Ein politischer Skandal“ – so drückte Reiner Wild  am 1.12.2011 im Tagesspiegel den Umstand aus, dass die Wohnkostenzuschüsse für Geringverdienerhaushalte und Alg2-Haushalte seit acht Jahren nicht den realen Mietkostenverhältnissen auf dem Berliner Wohnungsmarkt angepasst wurden.

( außer geringfügig: Singlehaushalte in Harz4 )

Seit langem weisen SprecherInnen, die der Thematik durch ihre Arbeit am nächsten sind,
mit Nachdruck auf die stetig steigenden Mieten und den Wohnraummangel im für breite Schichten der Bevölkerung bezahlbaren Wohnungssektor hin. Ohne Resonanz.

Der massiven  Bedrängnis von MieterInnen in von Umwandlung, Luxussanierung und Spekulation betroffenen Häusern begegnen Senat und Bundesregierung mit Taubheit und Ignoranz.
Die politisch Verantwortlichen fixieren sich weiter wie manisch allein auf Wirtschaftsförderung und die Diskriminierung von Menschen, die der Arbeitsmarkt nicht will.

Sie verhindern weiter die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 €  ( durch Blockade  von Scharz-Gelb am 20.1. im Bundesrat ) was dem weiteren Ausbau von prekären Beschäftigungsverhälnissen einheizt und stimmen einem Mindestlohn von 7,01 € brutto ( ! ) für ZeitarbeiterInnen im Osten und Berlin zu ( 20.12.2011 ), was zu einem Anstieg entsprechener Beschäftigungsverhältnisse führt, wie statistisch erst kürzlich belegt wurde.  Befristete Verträge, Teilzeit,- und  Zeitarbeitverhältnisse – Die Zahl der atypisch Beschäftigten stieg im Jahr 2010 auf bundesweit 7,84 Millionen. ( Statistisches Bundesamt )

Berlin ist immer noch arm, aber diese Tatsache beziehen sogenannte Entscheidungsträger nur auf die Haushaltsverschuldung; sie beachten nicht, dass es ca. 330.000 Hartz IV Bedarfsgemeinschaften und etwa 60.000 Rentnerhaushalte mit Grundsicherung in Berlin gibt; insgesamt sind 700 000 Erwachsene mit 179 000 Kindern auf staatliche Sozialtransfers angewiesen, jeder 5. Beschäftigte erhält nur einen Bruttolohn von bis zu 1400 € !  ( VDK, 2011 )

Das verfügbare Einkommen liegt 18 % Punkte niedriger als das des Bundesdurchschnitts, sogar 52% niedriger als in Hamburg,  3 % niedriger als in Brandenburg. Berlin liegt beim Einkommen an drittletzter Stelle aller Bundesländer ! ( Amt für Statistik )

In den Statistiken zum Berliner Durchschnittsverdienst werden nur sozialversicherungspflichtige Einkommen abhängig Beschäftigter berücksichtigt, so dass die angebliche Summe von 2770 € butto zu überdenken wäre;
und der Satz „ ….damit verdienten mehr als 50 % aller Vollzeitbeschäftigten merklich weniger als den Durchschnittsverdienst.“ ( Amt für Statistik B-B ) an dieser Stelle der Wahrheit näher ist. Das Einkommen Selbstständiger wird hier garnicht erfasst.

Aber man möchte gern Berlin Hamburger Verhältnissen anpassen und fängt gleich mal mit der Miete an. Denn diverse Politiker meinen: „Die Mieten sind ja moderat im Vergleich zu Hamburg und München“. Das dort aber die Einkommen weit höher liegen ist in diesen Statements nicht enthalten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s