Archiv für Mai, 2012

Senator gegen Mietsubventionen

Veröffentlicht: Mai 28, 2012 in Home, Publikationen

von Sozialwohnungen. ( Meldung vom 26.5.2012 )

Wir fragen uns welche Sozialwohnungen Herr Müller meint. Wenn Wohnungen nur dadurch Sozialwohnungen bleiben oder werden, wenn die Vermieter Steuergelder erhalten, um einen angeblich Nachteil auszugleichen, der erst durch das Beäugen einer spekulativen Differenz „entsteht“ und nicht etwa durch festgezurrte Sozialgesetze, die sich aus dem natürlichen Verständnis ergeben: ( diese ) Wohnungen sind keine Ware, ( dieser ) Wohnraum ist eine existenzielle Notwendigkeit, ( dieser ) Wohnraum darf nicht gehandelt werden, dann ist es unverständlich warum Herr Müller das Wort „Sozialwohnungen“ überhaupt verwendet.

Eine Sozialwohnung definiert sich für den gesunden Menschenverstand dadurch, daß sie für Mieter, die auf dem freien Wohnungsmarkt Chancen gegen null haben, mietbar und erhaltbar ist; Sozialwohnungen sind eine gesellschaftliche Notwendigkeit ( allerdings nur aus dem Grund, weil die Politik nicht willens ist private Vermieter in die Schranken zu weisen ). Sozialwohnungen sind eine notwendige Sicherheitsleistung, solange es gestattet ist Wohnraum als Ware zu handeln.

Wenn Müller meint, das Stuttgarter Modell funktioniere nicht in Berlin, weil die dort auf regulär 90 % der ortsüblichen Vergleichsmiete gesenkten Kosten der „Sozialwohnungen“ immer noch höher als die Berliner sind, dann überkommt einen nur das nackte Grauen, denn das heißt, dass Müller die Berliner Einkommensverhältnisse nicht kennt, inkl. der Anzahl der AlleinverdienerInnen, der Arbeitslosen, der Alleinerziehenden, der Aufstocker, der Rentner in Grundsicherung, der prekär Beschäftigten, der „Scheinselbstständigen“.

Und da wären wir mal wieder bei dem Satz: „Es gibt keine Wohnungsnot“, abgelöst von dem Satz: „Der Stadtrand ist nicht Sibirien“,  jetzt abgelöst von dem Satz: “ Berlin hat doch vergleichbar hohe Einkommen, wir brauchen keine „Sozialwohnungen“ im Belegrecht und außerdem haben wir ja noch den städtischen Bestand.“

Da hat er wohl die Warnung der BuBB auch nicht gelesen.

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Der Bezirksbürgermeister von Lichtenberg bezieht sich in seiner Rede zum neuen „Bündnis für Wohnen“ ( Mai 2012 )auf das Quartier 216, das zu Jahresbeginn medial und politisch allseits gelobt wurde. Wollten doch die Investoren zu diesem Zeitpunkt “ günstige Ware ( sic !) in verlässlicher Qualität ohne Schnickschnack insbesondere Studenten und Auszubildende mit einem Einkommen unter 1000 Euro sowie alleinstehende Sozialhilfeempfänger anbieten“. Bereits im April überlegten sie es sich anders: „Als jedoch am 1. April für die im Herbst bezugsfertigen Wohnungen die Vermietung startete, wurden plötzlich Warmmieten von 11,80 bis 14,10 Euro pro Quadratmeter aufgerufen, dazu wird mit hochwertigen Bodenbelägen und Badezimmern geworben. “ ( Berliner Mietermagazin )